PSD2-Richtlinie verschoben

Eigentlich sollte sie am 14. September in Kraft treten – Online-Händler, die bis jetzt die Umstellungen noch nicht vorgenommen haben, können erst einmal aufatmen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gewährt Online-Shops einen Aufschub für die Umsetzung. Damit reagiert die Behörde darauf, dass vor allem viele kleinere Online-Shops noch gar nicht vorbereitet sind.

Die EU Zahlungsdienstleisterrichtlinie PSD 2

Mit der PSD2-Richtlinie wird die starke Kundenauthentifizierung (SCA) eingeführt. Sie schreibt vor, dass Kunden sich nicht nur mit Benutzernamen und Passwort, sondern zusätzlich mit einem weiteren Merkmal identifizieren müssen. Das kann ein Fingerabdruck sein oder auch eine TAN-Nummer. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung dient dazu, Online-Zahlungen sicherer zu machen.

Ausgenommen von der neuen Regelung sind einzelne Zahlungen mit einem Wert unter 30 Euro, allerdings überwachen die Banken die Tagessumme, überschreitet diese einen Wert von 100 Euro wird die starke Authentifizierung gefordert.

Störungen sollen vermieden werden

Als Grund für den Aufschub für Online-Händler gab die Bafin an, dass sie „Störungen bei Internetzahlungen verhindern und einen reibungslosen Übergang auf die neuen Anforderungen der PSD2 ermöglichen“ wollen. In der Praxis heißt dies, dass Online-Shops, die die Richtlinie nicht fristgemäß umsetzen, nicht belangt werden.

Wann endet die Schonfrist

Wie lange die Schonfrist währt, ist heute noch nicht klar. Die Bafin legt dies in Abstimmung mit den Marktteilnehmern, der europäischen Bankenaufsicht und den nationalen europäischen Aufsichtsbehörden fest.

Übrigens wurde die EU-weit geltende Richtlinie nicht nur in Deutschland aufgeschoben. Auch Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Irland, Italien und die Niederlande haben den Stichtag nach hinten verschoben. Der Aufschub in Großbritannien und Frankreich wird über einen Zeitraum von 18 Monaten gewährt, in anderen Ländern ist die Zeitspanne ebenso unklar wie in Deutschland.