B2B-Funktionen planen

Diese Anleitung hilft dabei, B2B im Shop sauber zu planen: Kundengruppen, Preise, Registrierung, Zahlungsarten, Sichtbarkeit und Tests werden als gemeinsamer Arbeitsablauf betrachtet.

Ziel

B2B funktioniert gut, wenn vor der Einrichtung klar ist, welche Kunden anders behandelt werden sollen und welche Regeln daran haengen. Die Kundengruppe ist dabei der zentrale Anker fuer Preise, Zahlungsarten, Sichtbarkeit und spätere Bestellungen.

  • Haendler, Firmenkunden oder Stammkunden bekommen eine eigene Kundengruppe.
  • Die Kundengruppe steuert Bruttopreise oder Nettopreise, Preisart, Mindestbestellwert und moegliche Zahlungsarten.
  • Kunden koennen manuell umgestellt oder ueber Land, Shopkontext und Registrierung vorbereitet werden.
  • Artikel und Kategorien koennen kundengruppenbezogen sichtbar oder ausgeblendet sein.
  • Rabatte koennen ueber Kundengruppenrabatte, Rabattgruppen oder einen Kundenrabatt entstehen.

Wann B2B eine eigene Arbeitsweise braucht

  • Geschaeftskunden sollen Nettopreise sehen.
  • Bestimmte Zahlungsarten sollen nur fuer freigegebene Kunden sichtbar sein.
  • Artikel, Kategorien oder Konditionen sollen nicht fuer alle Besucher sichtbar sein.
  • Kunden sollen nach der ersten Bestellung oder nach manueller Pruefung in eine andere Gruppe wechseln.
  • Mehrere Shops nutzen unterschiedliche Standardgruppen, Sprachen oder Kundenzuordnungen.

Du brauchst

  • Eine klare Trennung der Kundentypen, zum Beispiel Gast, Privatkunde, Haendler oder Grosskunde.
  • Eine Entscheidung, ob Preise brutto oder netto angezeigt werden.
  • Eine Liste der Zahlungsarten, die fuer B2B erlaubt sein sollen.
  • Eine Entscheidung, ob alle Artikel sichtbar bleiben oder B2B eigene Sortimente bekommt.
  • Einen Testkunden pro Kundengruppe und Shopkontext.

Entscheidungshilfe

AnforderungGeeigneter BereichWorauf achten
Andere PreisanzeigeKundengruppePreistyp brutto oder netto und Preisart festlegen.
Andere ZahlungsartenKundengruppe und ZahlungsartenZahlungsarten muessen der Gruppe zugeordnet sein und im Warenkorb zur Summe passen.
Rabatte nach BestellwertKundengruppenrabatteSchwellenwert und Berechnungsbasis pruefen.
Artikelbezogene RabatteRabattgruppenArtikel einer Rabattgruppe zuordnen und Rabatt je Kundengruppe setzen.
Nur bestimmte Kunden sehen SortimentKategorien und ArtikelSichtbarkeit je Kundengruppe testen.
B2B je Shop trennenMultishop-ZuordnungStandardgruppen und erlaubte Kundengruppen je Shop pruefen.

Ablauf fuer eine einfache B2B-Einrichtung

  1. Kundentypen festlegen und je Kundentyp eine Kundengruppe planen.
  2. Neue Kundengruppe anlegen oder bestehende Gruppe kopieren und umbenennen.
  3. Preistyp, Preisart, Mindestbestellwert und Texte fuer den Kundenbereich setzen.
  4. Zahlungsarten zuordnen, die fuer diese Gruppe erlaubt sein sollen.
  5. Bei Bedarf Rabatte ueber Kundengruppenrabatte oder Rabattgruppen ergaenzen.
  6. Artikel- und Kategoriesichtbarkeit nur dann einschraenken, wenn wirklich getrennte Sortimente gebraucht werden.
  7. Testkunden anlegen, der passenden Gruppe zuordnen und im passenden Shopkontext anmelden.
  8. Startseite, Produktliste, Produktdetail, Warenkorb, Zahlungsauswahl und Bestellabschluss pruefen.
  9. Nach dem ersten echten Auftrag kontrollieren, ob Auftrag, Belege, Steuerlogik und Zahlungsart zur Kundengruppe passen.

Kundengruppen richtig einsetzen

Eine Kundengruppe sollte nicht nur einen Namen tragen. In der Gruppe werden Preislogik, moegliche Zahlungsarten, Mindestbestellwert, Vorlagen und Shopzuordnung zusammengefasst. Deshalb lohnt sich eine kleine Matrix vor der Umsetzung.

  • Privatkunde: meist Bruttopreise, Standardzahlung und voller Sortimentszugriff.
  • Haendler: haeufig Nettopreise, eigene Zahlungsarten und Rabatte.
  • Grosskunde: moeglicherweise eigener Mindestbestellwert, eigene Rabattstaffeln und eingeschraenktes Sortiment.
  • Gast: eigene Standardgruppe mit begrenzten Funktionen und ohne dauerhafte Freigaben.
Kundengruppen wirken an mehreren Stellen gleichzeitig. Nach einer Aenderung immer mit einem echten Testkunden anmelden und nicht nur die Backendmaske pruefen.

Preise und Rabatte planen

  • Preistyp legt fest, ob die Gruppe mit Netto- oder Bruttopreisen arbeitet.
  • Preisart entscheidet, welche Preislogik die Gruppe verwendet.
  • Kundengruppenrabatte koennen ab einem Bestellwert greifen.
  • Rabattgruppen verbinden Artikelgruppen mit Rabatten je Kundengruppe.
  • Ein individueller Kundenrabatt wirkt nur fuer den einzelnen Kunden und sollte nicht als Ersatz fuer ein klares Gruppenkonzept genutzt werden.

Registrierung und Freigabe

Viele B2B-Shops starten mit einer normalen Registrierung und stellen Kunden erst nach Pruefung in eine B2B-Gruppe um. Das ist sicherer als eine automatische Freigabe, wenn Preise, Zahlungsarten oder Sortiment sensibel sind.

  • Bei manueller Freigabe zuerst Firmendaten, Steuerangabe und Kontakt pruefen.
  • Danach Kundengruppe setzen und Zahlungsarten kontrollieren.
  • Bei Shopwechsel oder Multishop-Betrieb pruefen, ob die Gruppe im richtigen Shop erlaubt ist.
  • Nach der Umstellung einen kurzen Test mit dem Kundenkonto durchfuehren.

Sichtbarkeit fuer Artikel und Kategorien

Sortimentstrennung ist hilfreich, wenn B2B andere Produkte, Ersatzteile, Bundles oder Preislisten braucht. Fuer reine Preisunterschiede ist eine getrennte Sichtbarkeit oft nicht noetig.

  • Kategorieeinschraenkungen nutzen, wenn ganze Bereiche nur fuer bestimmte Gruppen sichtbar sein sollen.
  • Artikelzuordnung nutzen, wenn einzelne Produkte abweichen.
  • Nach jeder Aenderung Produktliste, Suche, Produktdetail und Warenkorb mit Testkunden pruefen.

Pruefliste vor dem Livegang

  • Testkunde der richtigen Gruppe zugeordnet.
  • Preisanzeige im Shop stimmt fuer Liste, Detailseite, Warenkorb und Bestellabschluss.
  • Zahlungsarten passen zur Kundengruppe und zur Warenkorbsumme.
  • Rabatte werden nur dort angewendet, wo dies geplant ist.
  • Sichtbarkeit von Artikeln und Kategorien ist mit Gast, Privatkunde und B2B-Testkunde geprueft.
  • Auftrag uebernimmt Kundengruppe, Steuerlogik, Belege und Versanddaten korrekt.
  • Multishop-Zuordnung passt, falls mehrere Shops aktiv sind.

Stolperfallen

  • Nur Kundengruppe gesetzt, aber Zahlungsarten nicht zugeordnet.
  • Nettopreise aktiviert, aber Beleg- und Steuerlogik nicht mit Testauftrag geprueft.
  • Artikel ausgeblendet, aber Suche oder Startseiten-Elemente nicht kontrolliert.
  • Rabattgruppe und Kundengruppenrabatt gleichzeitig aktiv, ohne gewollte Kombination.
  • Test im falschen Shopkontext oder mit altem Kundenkonto.
  • Standardgruppe geaendert, ohne Gast- und Neukundenverhalten zu testen.

Verwandte Bereiche

  • Benutzerrechte und Rollen: interne Freigaben und Bedienrechte klaeren.
  • Multishop-Arbeitsweise: Kundengruppen je Shopkontext pruefen.
  • Ware bestellen und Wareneingang buchen: B2B-Nachfrage und Bestand gemeinsam betrachten.
  • Welche Versandwege passen zu welchem Bedarf: Versandarten fuer Geschaeftskunden planen.

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