Lockdown Light und Online-Handel

Seit 02. November 2020 liegt Deutschland wieder im Corona-Schlaf. Für den November hat die Regierung den Lockdown Light verordnet und viele Aktivitäten erneut heruntergefahren. Der Online-Handel wird wie schon in der letzten Runde als Gewinner der Krise gehandelt, aber stimmt das wirklich?

Die Kauflaune sinkt

Grundsätzlich liegt es nahe, dass der Online-Handel gerade während des Lockdowns einen Aufschwung erhält, bleiben die Menschen doch vermehrt zuhause. Allerdings gibt es mehrere Effekte, die der Kauflaune entgegenwirken. So hat der neue Lockdown auch wieder Existenzängste geweckt, die Menschen – insbesondere solche mit Umsatzeinbußen oder in Kurzarbeit – haben weniger Lust oder auch Möglichkeiten Geld auszugeben und schränken sich ein. Gekauft wird nur noch das nötigste. Das zeigt sich bereits im Frühling in vielen Branchen und wird höchstwahrscheinlich auch jetzt wieder zum Trend. Und das nicht nur im November. Dies zeigt sich auch am GfK-Konsumklima-Index von statista. Nachdem sich die Konsumfreude der Privathaushalte bis zum August wieder gut erholt hat, geht der Trend bereits seit September wieder abwärts.

Es kommt darauf an

Dennoch ist die These nicht falsch, dass einige Onlinehandel-Segmente durchaus profitieren. Allerdings gibt es genauso viele Bereiche, die mit gravierenden Umsatzeinbußen konfrontiert sind, von denen sich vor allem kleinere Shops nicht so schnell erholen werden. Betroffen sind zum Beispiel Händler, die Veranstaltungsequipment wie Servietten verkaufen, im März gab es außerdem starke Einbrüche bei Mode, Schuhen, Elektronik, Computern und Büchern. Höchstwahrscheinlich werden auch diese Branchen wieder stark betroffen sein. Ein Plus gab es bei Medikamenten, Lebensmitteln und Drogeriewaren.

Lockdown und das Weihnachtsgeschäft

Der erneute Lockdown light im November soll die Infektionszahlen so reduzieren, dass das Weihnachtsfest der Deutschen im Kreis der Familie gesichert ist. Auch der Online-Handel bereitet sich schon auf das Weihnachtsgeschäft vor. Laut einer Studie von Rakuten Advertising plant der Großteil der Verbraucher in Deutschland keine Einsparungen bei den Weihnachtseinkäufen. Zu dem Ergebnis, dass für Weihnachten 2020 verstärkt online eingekauft wird, kommt auch eine Studie des Marktforschungsinstituts IFH Köln.