Harte Zeiten für Online-Shops

Auch wenn in Zeiten von Corona der Online-Einkauf in einigen Branchen eine Konjunktur erlebt, stehen dem E-Commerce laut Expertenmeinung noch harte Zeiten bevor. Denn nicht alle Segmente profitieren vom verstärkten Online-Handel und eine verlorene Saison, wie sie zum Beispiel die Modebranche aktuell erlebt, lässt sich nicht ohne weiteres aufholen.

Die Effekte der Corona-Krise im Online-Handel

Betrachtet man die aktuelle Situation zeigt sich, dass sich im Moment ganz unterschiedliche Effekte überlagern:

  • Eine stark verringerte „Konsumlaune“ der Online-Käufer: Im Vergleich zum Mai des Vorjahres prognostiziert die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) einen Rückgang um 23,4 Punkte.
  • Änderung in der Nachfrage: Während es in einigen Branchen wie Mode oder Tourismus zu einem starken Einbruch kam, steigt der Bedarf an anderen Produkten wie Hygiene- oder Home-Office-Artikeln stark an.
  • Gestörte Betriebsabläufe und Lieferketten: Selbst wenn die Nachfrage nach dem Sortiment stabil bleibt, geraten Online-Shops durch schwankende Verfügbarkeiten in Schwierigkeiten und können nicht liefern.
  • Aufschwung durch Shutdown: Der Shutdown im März hat die Nachfrage nach Online-Artikeln schlagartig gesteigert und das sogar in nicht betroffenen Branchen wie dem Lebensmittelhandel.

Die Konsumflaute bleibt

Die anhaltende Konsumflaute aufgrund der Umstände betrifft Einzel- und Online-Handel gleichermaßen. Die Menschen kaufen insgesamt weniger, auch wenn es im Moment anders erscheint. Insbesondere die Verlagerung der Nachfrage schafft für die einen Händler eine Sonderkonjunktur, während andere Shops stark zu kämpfen haben. Und gerade die Sonderkonjunktur wird nicht von Dauer sein: Öffnen die Geschäfte wieder, kehren viele Online-Käufer wieder zum ursprünglichen Einkaufsverhalten zurück und besorgen ihre Produkte im stationären Handel. Was bleibt, sind die negativen Effekte

Jetzt ist Durchhalten gefragt

Trotz der aktuellen Situation rechnen Experten langfristig mit einem Sieg des ECommerce. Durch die Corona-Krise werden bis zum Jahresende viele lokale Einzelhändler verschwinden, es wird mit einer Größenordnung von 100.000 bis 200.000 Unternehmen gerechnet. Insgesamt wird die Corona-Krise eher als Beschleuniger einer bereits laufenden Entwicklung als deren Ursache gesehen: Nämlich, dass sich das Einkaufsverhalten der Konsumenten nach und nach hin zum ECommerce verschiebt.

Quelle: ibusiness.de