Amazon Dash Buttons: Ein Vertriebsmodell mit Schwächen

Seit September 2016 sind die sogenannten Dash Buttons von Amazon in Deutschland im Einsatz. Doch bisher zeigen sich weder Verbraucher noch Experten besonders begeistert. Der große Mehrwert scheint noch zu fehlen, stattdessen ist das vermeintliche Hilfsmittel mit dem deutschen Recht eigentlich kaum zu vereinbaren.

Dash Buttons: Wie funktioniert die schnelle Bestellung?

Dash Buttons sind kleine Geräte, die Verbraucher überall dort platzieren, wo ihnen regelmäßig Verbrauchsmaterial ausgeht, z. B. an der Waschmaschine, im Badezimmerschrank oder an der Kaffeemaschine. Geht beispielsweise die Zahnpasta zur Neige, reicht ein Knopfdruck auf dem kleinen Gerät und binnen 24 Stunden wird das in den Einstellungen hinterlegte Produkt angeliefert.

Der Mechanismus dahinter ist einfach: Der Kunde konfiguriert seinen Dash Button über die Amazon App auf dem Smartphone und hinterlegt ein bestimmtes Produkt, das auf Knopfdruck geliefert werden soll. Auf dem Button ist das jeweilige Firmenlogo aufgedruckt, um Verwechslungen zu vermeiden. Bisher sind die Produkte von 32 Marken wie Persil, Whiskas oder Wilkinson verfügbar. Wie das Ganze im Detail funktioniert, zeigt dieses Video von Amazon:

Kritik an den Amazon Dash Buttons

Bisher hagelt es in erster Linie Kritik. Häufig angeführte Punkte sind:

  • geringe Auswahl an Produkten und Marken
  • Verwaltung der Dash Buttons ausschließlich über Apps möglich
  • schwankende Preise und mangelnde Information darüber vor der Bestellung
  • versehentliche Bestellungen durch Kinder möglich
  • nur für Prime-Kunden verfügbar

Hinzu kommen diverse rechtliche Probleme, die der Dash Button mit sich bringt:

  • keine Aufklärung über die wesentlichen Merkmale der bestellten Ware
  • vorweg keine Angabe über den Preis, zu dem bestellt wird, zu Grundpreisen, Mehrwertsteuer und Versandkosten
  • keine Information über den angedachten Liefertermin
  • keine Widerrufsbelehrung

Deshalb verstoßen die Amazon Dash Buttons gegen verschiedenste Verbraucherschutzvorschriften, darunter vor allem gegen die sogenannte Button-Lösung sowie gegen die Preisangabenverordnung. Solange die Kunden die Waren nur über Amazon beziehen können, ist das deren Problem. Wird die Bestellmöglichkeit allerdings irgendwann auf Marketplace-Anbieter ausgeweitet, müssen sie das Risiko mittragen.

Quellen: Chip, Shopbetreiber-Blog, Heise